Der Ansatz der Rhythmik
"Der menschliche Geist ist so beschaffen, . . . dass er selbst fragen und auch selbst antworten, bilden und gestalten will; ja, er braucht dieses Suchen und Finden, Bewegen und Gestalten, um nicht zu verkommen. Er nährt sich von dem noch nicht Fertigen, dem Unvollendeten, dem rohen Material, dem er eine Form geben kann, und alle entgegen gebrachten Reichtümer bedeuten für ihn nur soviel, als er selbst noch hinzufügen kann. . ."
(E. Feudel, aus "Durchbruch zum Rhythmischen in der Erziehung", S. 46)
Rhythmik ist ein integrativer Bewegungsunterricht. Körperliche, geistige, emotionale und soziale Erfahrungen werden verinnerlicht und über die Bewegung zum Ausdruck gebracht. Es werden also sinnliche Reize gegeben über das Hören (auditiv), Sehen (visuell) und Fühlen (taktil), auf die
motorisch reagiert wird im Sinne einer Verarbeitung des Wahrgenommenen in eine sichtbare Bewegung bzw. Handlung: "Zeige, was du hörst."
Ebenso kann Sichtbares in Hörbares umgewandelt werden: "Mache hörbar, was du siehst."
Die rhythmischen Aufgaben schaffen eine Berührung und Auseinandersetzung leiblich-sinnlicher Art mit jenen Gegebenheiten, die allen Künsten zugrunde liegen:
ZEIT, RAUM, KRAFT (DYNAMIK), FORM
In der Rhythmik beziehen sich Bewegung und Musik unmittelbar aufeinander. Die Gesetzmäßigkeiten der Musik werden in der Bewegung sichtbar; umgekehrt begleitet improvisierte Musik die gezeigte Bewegung, gibt Ordnung und kann beruhigend oder auch dynamisierend wirken.
Rhythmik ist ein Gruppenunterricht, er ist dialogisch und läuft in improvisierten Spielformen ab.
Jede Stunde ist ein künstlerischer Entwurf, den Schüler und Lehrer im gegenseitigen Austausch miteinander gestalten.
Das eigene Maß ist Ausschlag gebend im flexiblen Bezug zu unterschiedlichen Gegebenheiten wie Partner, Gruppe, Raum, Material und musikalische Impulse.
Kommunikation und Kooperation sind gefordert und werden gesteigert, Basiserfahrungen, auf denen kognitives Lernen, Fertigkeiten im körperlichen und praktischen Bereich und differenziertes Sozialverhalten aufbauen können.
Ziel ist, jede Situation nach den eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten in einem sozialen Umfeld für sich befriedigend zu gestalten. 
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